Alex und Hermann haben mit dem A4Grill frischen Wind in die Welt des spontanen bzw. mobilen Grillens gebracht und damit ein junges Unternehmen gegründet, obwohl die beiden Unternehmer hauptberuflich einer anderen Arbeit nachgehen.

Wir haben mit den beiden Gründern gesprochen und aus ihnen einige spannende Antworten für Dich gelockt. Wie sie auf die Idee gekommen sind, wie sie trotz Beruf Zeit für ihr junges Startup finden, wie sie Crowdfunding genutzt haben und was sie darüber denken oder auf welches Marketing sie für den A4Grill setzen. Diese und einige weitere Fragen haben uns die beiden Gründer beantwortet.

Das Interview mit den A4Grill Gründern

1. Danke Alex und Hermann für eure Zeit. Kurz und knapp die erste Frage, wie seid Ihr auf die Idee des A4Grills gekommen?

Alex und Hermann: „Wir waren vor ein paar Jahren auf einer Kanu-Tour. Die Mecklenburger Seenplatte ist wirklich sehr schön. Das können wir jedem empfehlen, der mal Entspannung und Natur braucht. Wir hatten in unseren Rucksäcken keinen Platz für einen Grill. Egal wie wir alles verstaut haben, es gab einfach keinen Grill, der so kompakt war, dass er einfach reingepasst hätte.

Interview mit den beiden A4Grill Gründern

Das ist schon interessant. Hochkomplexe Geräte wie ein Laptop nehmen nicht so viel Platz weg, wie ein einfacher Grill. Daher kam die Idee zum A4Grill – ein DIN A4-Blatt war unsere Maxime. Größer sollte ein Grill nicht sein. Klingt idealistisch, war aber ein guter Ansatz, um genau das Problem zu lösen, das wir gesehen haben.“

2. Für wen ist der A4Grill eurer Meinung nach besonders geeignet? Also welche Zielgruppe(n) verfolgt Ihr damit und wofür wollt Ihr eine echte Alternative sein?

Alex und Hermann: „Der Grill eignet sich vornehmlich für Festivalbesucher, Angler, Wanderer und Motorradausfahrten. Auch wenn man spontan nach dem Feierabend in Städten oder auf dem Land grillen will, ist der Grill ideal. Durch das Packmaß fällt der Grill kaum auf und wenn man ihn braucht, baut man ihn einfach auf.

Nach dem Grillen kann man ihn zu einem Feuerkorb umbauen und so noch den Rest des Abends genießen. Danach kann man ihn einfach in die Spülmaschine stellen und er wird schnell sauber. Damit wollen wir eine Alternative zum klassischen Einweggrill bieten, der sehr viele Nachteile hat.“

3. Das Projekt „A4Grill“ macht Ihr nicht hauptberuflich, richtig? Wie findet Ihr neben eure alltäglichen Arbeit noch ausreichend Zeit, euch darum zu kümmern? Dahinter steckt schließlich auch eine Menge Arbeit.

Alex und Hermann: „Ja das ist richtig. Automatisierung, Prozesse und Fokus sind dabei sehr wichtig. Wir automatisieren alles, was wir häufig machen müssen. Wenn man wenig Zeit hat, muss man anfangen monotone Arbeiten so schnell es geht zu automatisieren, um Zeit für wichtigere Aufgaben zu finden. Wir etablieren auch Prozesse bezüglich Produktion, Vertrieb und Management von Aufgaben. Da wir uns sehr selten sehen, müssen wir immer eine aufgeräumte und gut durchgeplante Firma vorfinden, wenn wir den Laptop aufklappen. Dann muss sofort klar sein, wovon wir reden und wie der aktuelle Stand dabei ist.

A4Grill als Feuerkorb

Wir sind auch sehr bestrebt, immer den Fokus zu behalten, um schnell Erfolge zu erzielen und weitere Entscheidungen zu treffen. Tödlich ist dabei, wenn man sich bei wenig Zeit auf viele halbwichtige Dinge konzentriert, anstatt sich nur auf das aktuell Wichtigste zu fokussieren.“

4. Für den „A4Grill“ habt Ihr eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wie sind eure persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Crowdfunding?

Alex und Hermann: „Crowdfunding ist eine schöne Sache. Wir haben unsere Kampagne letztes Jahr bei Startnext gestartet. Crowdfunding per se klingt oftmals so, als ob man auf jeden Fall günstige Sichtbarkeit bekommt. Das stimmt aber nur bedingt. Wir mussten teilweise schon sehr viel Zeit investieren, damit wir jeden Tag einen konstanten Strom an Usern auf der Funding-Seite hatten. Immerhin verfolgt man ein Funding-Ziel und sollte alles versuchen, um es zu erreichen.

Man sollte sich auf jeden Fall einen klaren Zweck für die Kampagne überlegen und diesen auch kommunizieren. Wir wollten hauptsächlich Feedback sammeln sowie die erste Bestellung an Grills aufgeben. Es war sehr spannend zu sehen, welches Feedback von den verschiedensten Personen zu uns kam – positiv wie negativ, unkonstruktiv wie konstruktiv.“

5. Könnt Ihr euch Projekte/Vorhaben vorstellen, denen Ihr von der Finanzierung über Crowdfunding abraten würdet? Bzw. welche Nachteile seht Ihr beim Crowdfunding?

Alex und Hermann: „Ob ein Projekt ins Crowdfunding passt oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Außerdem man muss sich im Vorfeld verschiedene Fragen stellen. Das Crowdfunding muss zur Situation von Gründern, Markt, Produkt und Entwicklungsstadium passen, da man permanent mit der „Crowd“ kommuniziert und das stimmig sein sollte. Generell sind wir der Ansicht, dass man für nahezu jedes Produkt ein Crowdfunding durchführen kann. Man muss nur genug Zeit in die richtige Kommunikation investieren.

A4Grill im Einsatz

Einen pauschalen Nachteil beim Crowdfunding sehen wir eigentlich nicht. Es gibt jedoch Produkte und Projekte, die sich nicht besonders für Crowdfunding eignen. Beispielsweise Unternehmen oder Organisationen die ein fertiges Produkt haben und Crowdfunding dafür nutzen wollen, um bekannter zu werden. Die Rechnung geht selten auf, da man sehr viel Zeit investieren muss, um die Kampagne erst einmal selbst bekannt zu machen.“

6. Wie sieht eure Marketingstrategie aus? Ich könnte mir vorstellen, dass der Grill gerade auf Social Media guten Anklang findet.

Alex und Hermann: „Unsere Word-of-Mouth Rate ist sehr gut. Unser Produkt wird also sehr häufig empfohlen und Kunden kaufen sehr häufig auf Grund einer Empfehlung eines Freundes oder einer Freundin. Deshalb versuchen wir den Grill bei relevanten Influencern zu platzieren, um Feedback von meinungsstarken Menschen aus den Szenen zu bekommen. Dabei reden wir vornehmlich über die Festival-, Angel-, Wander-, Motorrad- und Biking-Szene.

Diese Influencer und Success Stories (klassisches Content-Marketing) bringen uns strategisch auch vor B2B-Partnern in eine sehr gute Position. Dort verhandeln wir aktuell mit einigen Unternehmen und arbeiten verschiedene Kooperationen aus. Ansonsten experimentieren wir im Bereich Marketing sehr viel und sind dabei sehr analytisch. Was gut klappt wird optimiert, was nicht gut klappt, wird später mit mehr Expertise nochmal probiert.“

7. Gab es beim Aufbau des Unternehmens Probleme, mit denen Ihr vielleicht gar nicht gerechnet habt? Also in Sachen Bürokratie, Erfüllen von Auflagen, Konzeption des Grills, Versand, Vermarktung oder Sonstiges. Wenn ja, wie seid Ihr damit umgegangen?

Alex und Hermann: „Da wir schon etwas Erfahrung hatten, verlief der Aufbau des Unternehmens ohne größere Probleme. Wir waren uns über das Ziel unseres Vorhabens immer sehr einig und haben die Basis sehr schnell geschaffen. Natürlich bleiben kleine Probleme nicht aus. Wer beispielsweise Fördergelder beantragt, muss wissen, das Behörden nicht in der freien Marktwirtschaft stehen und sich deshalb erhebliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Unternehmen und Behörden ergeben.

A4Grill Packmaß

Aktuell sind wir aber noch auf einem Level, wo die kleinen Probleme nicht erwähnenswert sind. Im Moment überlegen wir, wie wir die Produktion und den Versand skalieren können. Dabei können dann auch größere Probleme auftreten, weil die Struktur komplexer wird und mehr Management-Kapazität beanspruchen kann. Das sind dann aber Probleme, über die man dann gerne redet.“

8. Was sind eure Ziele für die nächsten Monate und Jahre, bezogen auf den A4Grill?

Alex und Hermann: „Dieses Jahr wollen wir den Markt testen. Wir wollen lernen, was für uns gut funktioniert, was die Kunden noch am Produkt stört und wie wir unsere Kommunikation verbessern können. Das ist das Hauptziel für dieses Jahr. Wenn wir die nächsten Jahre betrachten, spielt unsere Mission eine sehr wichtige Rolle. Diese lautet: „spontanes Grillen nachhaltig machen“. Dazu ist der Grill nur ein Produkt, denn das nachhaltige Grillerlebnis braucht mehr als nur den Grill.

Dafür arbeiten wir aktuell mit Partnern zusammen an einer Kampagne namens Einweggrillfrei. Dort wollen wir Unternehmen mit einem ähnlichen Mindset zusammenbringen. Außerdem planen wir weitere Plattformen und Produkte, die das spontane Grillerlebnis nachhaltiger werden lassen. Eine klare Message also: Weg mit dem Einweggrill, her mit dem A4Grill.“

9. Welchen generellen Rat wollt Ihr anderen jungen Gründern mit auf den Weg geben?

Alex und Hermann: „3 wichtige Learnings für junge Gründer: Redet über eure Idee, baut schnell Prototypen und macht eure Hausaufgaben.

Über eine Idee mit Freunden und Bekannten (besser noch: zukünftige Kunden) zu reden, ist sehr wichtig. Wie wollt ihr sonst Feedback bekommen? Im Kopf eines Gründers ist die Idee sehr oft idealisiert. Sie muss aber realistisch geprüft und hinterfragt werden.

A4Grill für spontane Grillausflüge

Prototypen sind der nächste Schritt – wie wollt ihr sonst noch mehr Feedback bekommen? Wenn ihr Prototypen habt, holt euch Meinungen bei potenziellen Kunden ab und spielt damit herum. Nur so kann man schnell iterieren, verbessern und etwas bauen, dass die Kunden wollen.

Gab es schon mal ein ähnliches Produkt, das an bestimmten Regularien gescheitert ist? Wie muss mein Produkt kommuniziert werden, damit es gekauft wird? Wo kann ich es überhaupt verkaufen? Wie akquiriere ich Käufer? Was ist überhaupt mein USP (Alleinstellungsmerkmal)? Das weiß man nur, wenn man seine Hausaufgaben gut gemacht hat und wenn man immer darüber Bescheid weiß. Die Produktentwicklung ist wichtig, die Entwicklung der Unternehmung ist aber mindestens genauso wichtig.“

Probleme erkennen und Lösungen finden

Was kannst Du von den beiden Gründern lernen? Alex und Hermann haben für ihre Freizeit einen praktischen Grill für unterwegs vermisst. Kurze Zeit später und siehe da, die beiden haben ihren eigenen Grill auf den Markt gebracht – den A4Grill.

Vielleicht solltest Du also demnächst in deinem Alltag die Augen offen halten, womöglich findest dann ja auch Du die passende Lösung zu einem Problem, das nicht nur Du hast. Ansonsten kannst Du sicherlich einiges von den interessanten Antworten der A4Grill Gründer lernen bzw. mitnehmen.

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