Mit PaulCamper hat Dirk Fehse 2013 Deutschlands erste und heute größte Vermittlungsplattform für privates Camper-Sharing gestartet. In Deutschland, sowie seit 2017 in Österreich und Niederlande, nutzen den Dienst inzwischen über 10.000 Mieterinnen und Mieter, genauso wie mehr als 1.500 Vermieterinnen und Vermieter.

Dirk Fehse ist der Gründer, Geschäftsführer und „Head of Passion“ von PaulCamper. In unserem Interview hat er einige spannende Fragen über Themen wie unter anderem Gründertum, Mitarbeiter und die eigene Motivation beantwortet.

Dirk Fehse im Interview

1. Hallo Dirk, vorab schon einmal vielen Dank für Deine Zeit. Du bist der Gründer und Geschäftsführer von PaulCamper. Wer seid Ihr und was genau macht euer Unternehmen?

Dirk: „Wir sind Deutschlands erste und heute größte Community für privates Camper-Sharing. Mit PaulCamper können Besitzer von Wohnmobil und Co. ihr geliebtes Heim auf Rädern für gewisse Zeiträume mit anderen Reiselustigen auf Tour schicken. Vermieter haben so die Möglichkeit, ihr liebstes Hobby zu teilen und gleichgesinnte Menschen kennenzulernen.

Außerdem sorgt Sharing für zusätzliche Einnahmen und reduziert die Standzeiten. Ich habe das Unternehmen mit viel Leidenschaft zum Camping und Liebe zum Detail 2013 in Berlin gegründet. Seit 2017 starten wir auch in Österreich und Niederlande durch.“

Dirk Fehse von PaulCamper
© Wiebke Dzung

2. Wie kam es zur Idee und letztendlich zur Gründung des Unternehmens?

Dirk: „Der Ursprung der Idee war meine Sehnsucht nach Freiheit, Abenteuer und dem einfachen Leben… All das lässt sich mit einem Campingbus verwirklichen. Ich habe einige Monate in Australien verbracht und den Kontinent mit dem Camper erkundet. Eine prägende und schöne Erfahrung!

Als ich zurückkam, wollte ich auch Europa auf diese Art und Weise kennen lernen. Aber was tun, wenn man kein eigenes Fahrzeug besitzt? Vor PaulCamper waren die Möglichkeiten begrenzt: Die Angebote von klassischen Vermietern waren mir zu teuer, der Preis war intransparent, sodass die verschiedenen Anbieter schwer vergleichbar waren.

Was mich persönlich am meisten gestört hat – die Fahrzeuge sind ohne jegliche Persönlichkeit. Ein Angebot vom Fließband. Dabei wollte ich so gern nach meinen persönlichen Vorstellungen reisen… Das war dann die Geburtsstunde von PaulCamper.“

3. Ursprünglich wolltest Du den Weg eher in Richtung Handwerk einschlagen, es wurde dann allerdings doch eine Lehre zum Bürokaufmann und ein BWL-Studium. Hast Du diese früheren Entscheidungen bereut oder bist Du heute sogar eher froh darüber, weil Du dank dieser Entscheidungen dort stehst, als Chef eines jungen und erfolgreichen Unternehmens?

Dirk: „Weder noch, um ehrlich zu sein. Ich bin nicht froh darüber, dass ich beruflich nicht in die handwerkliche Richtung gegangen bin. Aber ich bereue es auch nicht. Ich sehe es wirklich so, dass ich nur deshalb heute der Mensch bin, weil ich genau den Weg gegangen bin. Und ich bin ziemlich zufrieden und glücklich darüber, wer ich heute bin und das ich bin.“

4. Glaubst Du es ist sehr wichtig, das zu lieben, was man tut, um herausragende Leistungen sowie Dienste anzubieten und um gleichzeitig glücklich zu sein?

Dirk: „Der Unterschied liegt im „gleichzeitig“. Ich hatte immer einen hohen Anspruch an mich selbst. Daher kann ich sagen, dass es möglich ist, herausragende Leistungen zu erbringen, auch wenn es nicht aus Leidenschaft erfolgt. Manche Menschen sind auch dadurch glücklich, dass sie etwas erreichen. Das ist ganz unterschiedlich. Für mich geht herausragende Leistungen erbringen und dabei Freude empfinden nur wenn es etwas ist, was ich aus Liebe zur Sache mache.“

PaulCamper Gründer Dirk Fehse über Gründertum, Mitarbeiter und eigene Motivation
© Wiebke Dzung

5. Was treibt Dich an?

Dirk: „Mein Zweck der Existenz im Wesentlichen darin, Menschen zu inspirieren und zu motivieren. Das treibt mich ungemein an und gibt mir Freude. Genauso wie die Voraussetzung dafür, nämlich mich kontinuierlich selbst weiterzuentwickeln, neu zu entdecken und neugierig zu sein.“

6. Was muss ein neuer Mitarbeiter unbedingt mitbringen, um bei PaulCamper eingestellt zu werden?

Dirk: „PaulCamper ist von Menschen für Menschen. Daher ist es mir sehr wichtig, dass der Teamfit da ist, also Einstellung und Werte passen. Ich lege zudem Wert darauf, dass der Mensch intrinsisch motiviert ist, also nicht zu uns kommt, weil er Geld verdienen will, sondern weil seine eigene Vision zu der von PaulCamper passt. Wenn beide in dieselbe Richtung laufen, macht es für alle am meisten Spaß und entwickelt das größte Potential. Ich stelle also Potential über fachliche Skills.“

7. Legst Du beim Umgang mit oder auch zwischen deinen Mitarbeitern einen besonderen Wert auf bestimmte Dinge?

Dirk: „Respekt und Ehrlichkeit.“

8. Gründen in Deutschland, kein einfaches Thema. Wo siehst Du Verbesserungsbedarf? Ganz egal ob Steuern, Recht, Bürokratie, etc.

Dirk: „Ich kann mich ehrlich gesagt nicht beklagen. Ich habe mich kontrolliert in die Arbeitslosigkeit begeben und an den ersten Schritten von PaulCamper gearbeitet. Dann habe ich ein Gründerstipendium, finanziert vom Berliner Senat und aus ESF Mitteln, erhalten. Danach folgten weitere Unterstützungen. Finanziell ist das für mich also alles ok. Verbesserungsfähig wären sicherlich gewisse administrative Sachverhalte.“

9. Was waren die größten Hürden, die Du bis heute beim Aufbau deines Unternehmens meistern musstest? Gab es einen Moment, bei dem Du am liebsten alles hinschmeißen wolltest?

Dirk: „Es gab und gibt eine Menge Hürden. Wenn es sie nicht gäbe, hätten wir auch nicht wirklich eine Existenzberechtigung. Neben einer maßgeschneiderten Versicherungslösung war sicherlich die größte Herausforderung meine eigene Entwicklung, meine Fähigkeit mitzuwachsen und den Ansprüchen eines Unternehmers gerecht zu werden. Vor allem jetzt, da wir 30 Teammitglieder sind und tausende von Kunden haben.“

PaulCamper Gründer im Interview
© Wiebke Dzung

10. Eine Frage, die wir unseren Interviewpartnern häufig stellen: Welchen Tipp gibst Du jungen Menschen, die noch nicht so recht wissen, wohin im Leben?

Dirk: „Ich tue mich schwer, allgemeingültige Ratschläge zu geben. Jedes Leben und dessen Umstände sind doch sehr individuell. Ich finde es grundsätzlich besser, von meiner Erfahrung zu berichten. Dann kann sich jeder das rausnehmen, was für ihn passt. Mir ist es jedenfalls wichtig, das zu machen was mir Spaß macht und Freude bereitet. Das stimmt mich positiv. Und wenn ich gut drauf bin, bin ich nicht nur eine Bereicherung für mich, sondern auch für meine Umwelt.

Als ich nicht wusste, was mich antreibt, bin ich auf die Suche gegangen. Auf der Suche nach mich interessierenden Tätigkeiten, aber auch nach mir. Das hängt zwangsläufig zusammen. Zu entdecken erfordert Mut, im Wesentlichen den Mut, meine Komfortzone zu verlassen.

Ich sage seit dem öfters Ja als Nein zu neuen Dingen. Ich lasse meine Neugier in jeglicher Hinsicht freien Lauf. Das ist manchmal auch mit ein wenig Angst verbunden, hat mich aber stets näher zu mir gebracht und damit zu dem was mir Spaß macht.“

11. Letzte Frage: Worauf dürfen sich eure Kunden & Nutzer in Zukunft freuen?

Dirk: „Auf jeden Fall auf eine noch größere Community, mehr Orte an denen ein Camper gemietet werden kann und mehr Inspiration für die Flucht aus dem Alltag.“

Aus Leidenschaft zum Unternehmer

Dirk Fehse hat aus seiner großen Leidenschaft ein erfolgreiches Unternehmen geformt. Ihn hat das Angebot, welches damals der Markt in der Branche zu bieten hatte, nicht überzeugt und anschließend das umgesetzt, was ihm gefehlt hat. Vielleicht findest Du Dich ja gerade in einer ähnlichen Situation wieder.

Wir bedanken uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bei Dirk Fehse für das Interview. Und wer weiß, vielleicht habt Ihr jetzt mit PaulCamper eine tolle Idee für euren nächsten, einzigartigen Urlaub?

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