Was könnten wir mit dem Satz „den inneren Kritiker zum Schweigen bringen“ meinen? Der folgende Artikel beschreibt vielleicht ein Phänomen, welches Du in Deinem Leben bisher nie bewusst wahrgenommen hast. Trotzdem begleitet es Dich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit Tag für Tag.

Hast Du jemals Sätze wie „oh Gott, ich bin ja so dumm“, „war klar, dass ich es wieder vermassel“ oder „das kann ich doch eh nicht“ von Dir gegeben? Vermutlich täglich. Diese Stimme, die dabei zu Dir spricht, ist Dein innerer Kritiker. Er folgt Dir den ganzen Tag und beeinflusst Dich in Deinem Handeln, ohne dass Du davon irgendetwas mitbekommst. Doch warum ist das so schlecht? Wie bringst Du den inneren Kritiker zum Schweigen? Wie gehst Du mit dem inneren Kritiker richtig um? Diese Fragen werden wir hier für Dich beantworten.

Warum ist der innere Kritik schlecht?

Womöglich gehört es für Dich schon zur Gewohnheit, Dich selbst schlecht zu reden und siehst dies somit nicht sonderlich problematisch. Vielleicht verändert sich Deine Denkweise bei folgendem Gedankenspiel: Stell Dir vor, nicht Du selbst würdest Dir ständig die Kritik an den Kopf werfen, sondern eine von Dir geliebte Person. Deine Eltern, Dein Partner, Deine Schwester oder ein guter Freund. Wie würdest Du reagieren? Vermutlich wärst Du dann eingeschnappt, depressiv und Dein Selbstbewusstsein ginge in den Keller. Und genau das passiert auch, wenn Dein innerer Kritiker zu Dir spricht.

Den inneren Kritiker bewusst wahrnehmen

Leider realisierst Du das gerade beschriebene Problem nicht, da es ja schließlich Du selbst bist, der zu Dir redet. Die ständige Kritik, dass Du zu schlecht für etwas bist oder mal wieder einen Fehler gemacht hast, beeinflusst Deine Psyche enorm. Und wie Du Dir natürlich denken kannst auf äußerst negative Art und Weise.

Stell Dir immer vor, dass statt Deiner eigenen Stimme tatsächlich eine reale Person hinter Dir steht, deren Meinung Dir wichtig ist. Dann wirst Du Deinem inneren Kritiker deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken. Nimm Deinen inneren Kritiker also zunächst bewusst wahr und beobachte Deine Gedanken dabei, bevor Du direkt versuchst, den inneren Kritiker zu bekämpfen und ihn somit zum Schweigen zu bringen.

Konzentriere Dich auf das Positive

Wenn Du erstmal realisiert hast, dass es diesen inneren Kritiker tatsächlich in Deinem Kopf gibt, dann ist das bereits die halbe Miete. Wie besiegst Du also nun diesen „Schlechtredner“? Lass zunächst einmal überhaupt keine negativen Gedanken zu. Sobald Du merkst, dass Du gerade schlecht über Dich redest, dann stoppst Du damit. Verdränge die Überlegung und konzentriere Dich auf etwas anderes.

Als nächstes solltest Du versuchen, Dir selbst Komplimente zu machen und Dich selbst zu loben. Klingt vielleicht komisch, ist aber im Endeffekt nur das Gegenteil des inneren Kritikers, der Dich normalerweise begleitet. Wir Menschen kritisieren und lästern von Haus aus viel lieber über andere Menschen, als dass wir diesen Komplimente und Lob entgegenbringen. Dies gilt auch für Deinen inneren Kritiker. Wenn Du also in Zukunft einen guten Job gemacht, Deine Vorsätze eingehalten oder etwas erledigt hast, das Du seit Ewigkeiten vor Dir hergeschoben hast, dann lob Dich selbst.

inneren Kritiker zum Schweigen bringen

Es ist eine reine Übungssache. Früher oder später wirst Du keine negativen Gedanken mehr zulassen und Dir selbst stattdessen mehr positive Äußerungen entgegnen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Du die vorherigen Schritte aus diesem Artikel berücksichtigst. Weniger Kritik und mehr Lob ist übrigens auch etwas, dass Du nicht nur Dir selbst, sondern auch Deinen Mitmenschen gegenüber erwidern solltest.

Verdränge den inneren Kritiker nicht komplett

Kritik wird oft falsch verstanden und ist meist mit Negativität verbunden. Im Duden wird Kritik allerdings ganz objektiv als „prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten“ definiert. Konstruktive Kritik ist enorm wichtig, wenn Du Dich weiterentwickeln möchtest. Daher solltest Du den inneren Kritiker nicht vollkommen zum Schweigen bringen, sondern noch Platz für sinnvolle Kritik lassen.

Was bedeutet dies konkret? Einfach Äußerungen wie „ich bin ja so ein Idiot“ haben natürlich nichts in Deinem Kopf verloren. Wenn Du aber zum Beispiel mit Deiner Arbeit nicht ganz zufrieden bist oder einen Fehler gemacht hast, den Du lieber nicht ein zweites Mal machen solltest, dann ist konstruktive Kritik wichtig. Egal ob sie von Dir selbst oder von einer anderen Person kommt.