Nicht nur auf YouTube verdienen große Kanäle viel Geld durch Product Placements, auch auf Instagram gehören Produktplatzierungen inzwischen zum täglichen Geschäft. Allerdings sticht dem Nutzer die Werbung auf Instagram nur selten ins Auge, was in den meisten Fällen an einer mangelnden Kennzeichnung liegt.

In diesem Artikel soll es übrigens nicht um die Möglichkeit gehen, dass ein Unternehmen selbst bezahlte Anzeigen auf Instagram schalten kann. Wir möchten Dir lediglich ein wenig die Augen öffnen, wie das Geschäft mit den Produktplatzierungen auf Instagram abläuft und wie Du es somit vielleicht auch für Dein Business nutzen kannst.

Wieso gerade Instagram?

Warum sind Produktplatzierungen auf Instagram so beliebt? Warum setzen so viele Unternehmen vor allem auf diese Plattform? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen liegt Instagram dank seiner Einfachheit voll im Trend. Bild machen, fix bearbeiten, hochladen und dazu einen kurzen Text verfassen. Die App funktioniert tadellos auf jedem Smartphone und erstrahlt in einem zeitgemäßen Design.

Du kennst sicherlich das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Viele schöne Bilder und wenig Text. Im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen setzt Instagram ausschließlich auf Bilder, Texte können nur in limitiertem Umfang als Bildbeschreibung oder Kommentar verfasst werden und werden geschickt versteckt. Bei den Millionen von Bildern, die täglich neu hochgeladen werden, findet sich für die Nutzer stets etwas Neues oder Interessantes.

Produktplatzierungen auf Instagram

Für Unternehmen und Marken dürften die Nutzerzahlen mit ein Hauptgrund sein, wieso sie sich letztendlich auch für Instagram als Marketing-Kanal entscheiden. Monatlich nutzen den Service weltweit über 500 Millionen Menschen. Und noch beeindruckender ist, dass davon täglich 300 Millionen Menschen die App verwenden.

Außerdem sind die Nutzer von Instagram durch die App nicht nur mit Freunden und Bekannten gut vernetzt, sie können gleichzeitig ihre Vorbilder auf Schritt und Tritt folgen. Fast jede bekannte Persönlichkeit verwendet Instagram und lässt dort die Fans am eigenen Leben teilhaben. Tiefere Einblicke gibt es wohl nur bei Snapchat.

Produktplatzierungen auf Instagram

Nun allerdings zum spannenden Teil, der Dich wohl am meisten interessiert. Wie läuft das im Hintergrund ab, wenn ein bekanntes Instagram-Profil mal wieder Werbung für ein neues Produkt macht? Generell sollte Dir klar sein, dass nicht jedes Sponsoring exakt so abläuft, wie wir es Dir nun anhand eines Beispiels erklären werden. Bei wirklich großen Accounts mit mehreren zehn- oder hunderttausend Followern geht es nicht selten um handfeste Verträge und ähnliches. Dennoch können wir Dir aus sicherer Quelle sagen, dass ein Großteil der Produktplatzierungen auf Instagram genau so ablaufen.

Unser Beispiel: Ein Onlineshop, das Protein-Shakes im Sortiment hat, überlegt, wie es sein Produkt am besten vermarkten kann. Die Entscheidung fällt dabei auf die Plattform Instagram, da das Produkt dort gezielt beworben werden kann und die Zielgruppe in breiter Masse vertreten ist. Bei der Recherche nach einem geeigneten Profil stößt das Unternehmen auf ein Instagram-Profil, das einer Athletin gehört und 40.000 Follower besitzt. Meist ist im Instagram-Profil direkt eine Kontaktmöglichkeit für geschäftliche Anfragen zu finden, also kontaktiert der Shop die Athletin per E-Mail.

Das Unternehmen erkundigt sich anschließend bei der Athletin, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht und sie Lust hätte, den Protein-Shake gratis zu testen und daraufhin mit einem oder mehreren Bildern auf Instagram zu bewerben. Bei einem Profil von der Größe von 40.000 Followern kann man außerdem stark davon ausgehen, dass zusätzlich ein kleines Taschengeld fließen wird, welches dann von der Anzahl und Art der Beiträge auf Instagram abhängig ist. In dieser Größenordnung spricht man in der Regel von Beträgen im eher niedrigen dreistelligen Bereich.

Bei Instagram-Profilen mit deutlich höherer Reichweite steigen die Beträge logischerweise. Dort stehen nicht selten Geldsummen im vier- bis fünfstelligen Bereich im Raum. Ab welcher Reichweite ein Account für Sponsorings und Produktplatzierungen in Frage kommt, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Branche, Zielgruppe oder Konkurrenz zum Beispiel. Bei etwa zehntausend echten Followern werden die Profile in der Regel für Unternehmen interessant, manchmal bereits früher.

Instagram Product Placement

Ist die Athletin einverstanden, bekommt sie das Produkt zugesendet und verfasst anschließend die abgemachte Anzahl an Posts auf Instagram oder veröffentlicht beispielsweise zusätzlich einen Beitrag auf ihrem eigenen Blog. Auf Instagram ist dann der Protein-Shake zu sehen, im Text wird auf das Unternehmen verlinkt. Die Follower der Athletin werden somit auf das Unternehmen und das Produkt aufmerksam gemacht, kaufen womöglich den Protein-Shake auf Empfehlung ihres Vorbilds und das Unternehmen kann sich über mehr Umsatz freuen. Im Prinzip ist daran nichts verwerflich, wenn verschiedene Dinge berücksichtigt werden.

Problematik Glaubwürdigkeit

Diese Art von Werbung ist nicht neu und wird bereits seit Jahrzehnten praktiziert. Unter anderem sind im Fernsehen Produktplatzierungen seit langer Zeit schon Gang und Gäbe. Problematisch wird es jedoch dann, wenn Instagram-Profile mit viel Reichweite nur noch das große Geld sehen. Es wird ein Product Placement Angebot nach dem anderen angenommen und jedes beliebige Produkt beworben. Dass dabei Produkte vermarktet werden, die zum Teil schlecht oder unnötig sind, spielt häufig keine Rolle mehr – solange die Bezahlung passt.

Gerade Teenager glauben ihren Vorbildern und kaufen logischerweise die „Empfehlungen“ dieser nach. Während also große Profile viel Geld durch die Werbung verdienen, geben die eigenen Follower ihr wertvolles Geld für teils sinnlose Produkte aus. Wer auf Dauer nur auf das große Geld aus ist, der wird sich jedoch sehr schnell selbst schaden. Die Firmen – und auch die Fans – werde nbald an der Glaubwürdigkeit zweifeln und daraufhin andere Profile bevorzugen.

Wir möchten natürlich anmerken, dass es sehr wohl viele Accounts gibt (vermutlich sogar die Mehrheit), die nur für Produkte werben, von denen sie wirklich überzeugt sind. Dann ist an solchen Sponsorings auch kaum etwas auszusetzen. Leider gibt es auf Instagram viele schwarze Schafe, die möglichst viel Profit aus der Plattform schlagen möchten. Daher solltest Du als Konsument oder Unternehmen solche Produktplatzierungen bzw. Profile immer kritisch hinterfragen.

Das Thema Schleichwerbung

Die Thematik der Schleichwerbung auf Instagram sollte nicht unterschätzt werden. Zu diesem Sachverhalt gibt es das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Demnach steht in §3 „Unlautere Wettbewerbshandlungen, die geeignet sind, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber, der Verbraucher oder der sonstigen Marktteilnehmer nicht nur unerheblich zu beeinträchtigen, sind unzulässig.“. Besonders in §4 Abs. 3 wird klar, dass die Problematik für Instagram gegeben ist: „Unlauter im Sinne von §3 handelt insbesondere, wer den Werbecharakter von Wettbewerbshandlungen verschleiert.“.

Produktplatzierung Instagram rechtlich

Möchte man also rechtlich abgesichert sein, dann muss eine solche Produktplatzierung ausreichend und deutlich erkennbar gekennzeichnet werden. Ansonsten können rechtliche Schritte wie Abmahnungen drohen. Bis heute scheint es zwar so, dass rechtliche Schritte nur in seltenen Fällen eingeleitet werden, die Möglichkeit besteht allerdings trotzdem. Die Kennzeichnung von Product Placements auf Instagram lässt zumindest zum heutigen Zeitpunkt zu Wünschen übrig.

Fazit zu Produktplatzierungen auf Instagram

Werbung auf Instagram durch Produktplatzierungen ist an sich eine gute Möglichkeit, seine Zielgruppe genau anzusprechen. Moralisch verwerflich wird es, sobald sich alles nur noch um das Geld dreht und fragwürdige Produkte beworben werden. Wenn Du diesen Aspekt sowie die Glaubwürdigkeit und die Problematik der Schleichwerbung berücksichtigst, dann kann Instagram zu einem wichtigen Zugpferd in Deiner Marketingstrategie werden.

Aber auch als Konsument kannst Du viele Dinge aus diesem Artikel lernen. Wenn Du zu den täglich 300 Millionen aktiven Nutzern gehörst, dann weißt Du ab sofort, worauf Du achten musst, wenn größere Accounts mal wieder ein Produkt vor die Kamera halten. Und außerdem ist es immer gut zu wissen, was im Hintergrund solcher Bilder alles passiert.