Wer auf VOX die Sendung „Die Höhle der Löwen“ mit den Investoren Jochen Schweizer, Ralf Dümmel, Judith Williams, Carsten Maschmeyer und Frank Thelen verfolgt, der wird sich vielleicht an den Auftritt der Gründer Philippe Singer und Timo Müller erinnern. Die beiden Jungunternehmer boten den Investoren 10 Prozent Unternehmensanteile an Ihrer App „Joidy“ für ein 200.000 Euro Investment an.

Bei Joidy handelt es sich um einen „app- bzw. webbasierten Service, der es seinen Nutzern ermöglicht digitale und physische Produkte direkt vom Smartphone und ohne Angabe einer Adresse zu verschenken“, so beschreibt sich das Unternehmen auf der eigenen Homepage. Um dies zu ermöglichen, nutzt Joidy die Adressen des 21. Jahrhunderts und greift damit auf Facebook, WhatsApp, E-Mail & Co. zurück.

Der Nutzer wählt aus einer breiten Produktpalette das Geschenk aus und hat dann noch die Möglichkeit, eine private Botschaft zu verfassen. Der Beschenkte erhält anschließend einen Link, über den er die benötigten Lieferdaten eintragen kann und wählt gleichzeitig selbst aus, wann und wo er sein Geschenk erhalten möchte. Die Idee ist genial und der Service wurde bereits vor der Ausstrahlung der Sendung von vielen Nutzern wahrgenommen.

Keine Einigung mit den „Löwen“

Bei der Vorstellung der App waren die Löwen angetan, dennoch kam am Ende nur ein zählbares Angebot zum Vorschein. Jochen Schweizer bot die erwünschte Summe von 200.000 Euro an, wollte allerdings 25,1 Prozent der Firmenanteile. Da die Gründer für diese Summe nur 10 Prozent ihres Unternehmens abgeben wollten, platzte der Deal und die Joidy Besitzer gingen leer aus.

Jochen Schweizer äußerte sich zur Absage der Joidy Gründer mit den Worten „Sie hatten Ihre Chance“. Etwas enttäuscht vom geplatzten Deal machten sich Philippe Singer und Timo Müller also auf die Suche nach anderen Investoren. Wirklich lange mussten sie nicht suchen.

Die Absage war ein Segen

Die Jungunternehmer erhielten zwar kein direktes Nein von den Löwen, ein passendes Angebot lag Ihnen aber auch nicht vor. Die Absage an Jochen Schweizer sollte sich im Laufe der Zeit als Segen darstellen.

Joidy Höhle der Löwen
Bernhard Anrich, Timo Müller, Philippe Singer, Ondrej Kuchta, Jan Jilek (von links)

Es dauerte nicht lange, bis andere Investoren realisierten, welches Potenzial die App besitzt und dass die Idee tatsächlich genutzt wird. So ergab die Finanzierungsrunde nun sogar einen Betrag im hohen sechsstelligen Bereich, also deutlich mehr als die in der Sendung geforderten 200.000 Euro. Außerdem äußern sich die Gründer in dem Bezug auf die Konditionen des Deals aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“, dass der jetzige Deal deutlich besser sei.

50.000 Downloads nach der Ausstrahlung

Die Ausstrahlung der Sendung war nicht nur hinsichtlich neuer Investoren ein voller Erfolg, auch die Downloadzahlen sprechen für sich. Nachdem die Gründer Ihre App im TV vorstellten, konnte Joidy in den App-Stores über 50.000 Downloads verzeichnen.

Allein dieser Anstieg an Nutzern brachte dem Unternehmen bereits einen großen Mehrwert ein und in Kombination mit neuen starken Partnern an Ihrer Seite hat Joidy die Weichen für die Zukunft gestellt.

Was kannst Du daraus lernen?

Oft fühlst Du Dich nach einer Absage niedergeschlagen und bist von negativen Emotionen befangen. Wie dieses Beispiel zeigt, verbirgt sich hinter einem Nein nicht selten ein anderer Weg, der sich für Dich oder Dein Unternehmen als viel besser erweist.

Lass Dich also von derartigen Situationen nicht unterkriegen und suche demnach nach einer anderen Lösung. Akzeptiere auch kein Angebot, das wirklich nicht Deinen Vorstellungen entspricht (sofern diese auch realistisch sind), nur weil dies das einzige Angebot ist. Die Gründer der App Joidy haben gezeigt, wie Du richtig zu einer Absage reagieren musst und haben anschließend sogar noch erfolgreichere Ergebnisse erzielt als selbst überhaupt erwartet.

Fotos: joidy.com/press